Biologie und Chemie für Schülerinnen und Schüler am Gymnasium

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Biber von Tom Sylie Wikipedia

3. Ökonomie und Ökologie - Der nachhaltige Umgang mit Ökosystemen

Euro: Was kostet wie viel?Die meisten ökonomischen Analysen beschäftigen sich ausschließlich mit Dingen, die für den Menschen direkt von Nutzen sind. Es geht immer um die Frage, wie sich etwas in Geldwert umrechnen oder ausdrücken lässt. Die Frage: "Was kostet wie viel?" ist eine zentrale Frage der Ökonomen.

Ökologische Analysen jedoch müssen sich nicht nur mit dem Geldwert beschäftigen, sondern sie befassen sich mit einem indirekten Nutzen für den Menschen. Ökologische Analysen beschäftigen sich immer mit der Lebensgrundlage des Menschen, mit seinem Lebensraum und den ihn umgebenden Lebewesen.

Stockente im Leipziger ZooGehen wir von einem Beispiel aus, dem Meer.
Rund 71 Prozent unserer Erdoberfläche ist mit Salzwasser bedeckt. Das Meer ist damit der größte Lebensraum der Erde. Seine Besonderheit liegt in der großen Tiefe und seiner riesigen Ausdehnung. Deshalb herrschen in unseren Meeren relativ konstante Umweltbedingungen. So ist zum Beispiel der Gehalt an anorganischen Ionen (zum Beispiel an Chlorid-, Sulfat- oder Carbonat-Ionen) relativ konstant. Auch die großen Wasserströmungen bleiben relativ gleich. In den Weltmeeren herrscht ein ungeheurer Artenreichtum vor. Damit ergeben sich weiträumige Nahrungsbeziehungen sowohl der Tier- als auch Pflanzenarten untereinander.

Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass die Biomasse an Raubfischen in den Weltmeeren durch industrielles Überfischen in nur fünfzig Jahren auf etwa zehn Prozent des Wertes vor der Industrialisierung reduziert wurde.

Es gibt ein großes Angebot an Fischprodukten im Supermarkt Wer kennt sie nicht, die unzähligen Sorten an Fischgerichten und Fischprodukten in der Tiefkühltruhe der Supermärkte. Das Angebot scheint unerschöpflich zu sein.

Beispiel Kabeljau. Der Kabeljau gehörte bis etwa 1970 zu den am meisten verbreiteten Fischarten der Welt. Der Kabeljau ist leicht zu fangen, gut verwertbar und lagerfähig. Das hat dazu geführt, dass der Fischbestand des Kabeljau derart an Überfischung gelitten hat, dass nunmehr vor der gesamten kanadischen Ostküste seit 1994 das Fangverbot verhängt wurde.

Inzwischen haben sich die Fischbestände aber immer noch nicht erholt. Dieses Beispiel zeigt uns, dass es dem Menschen möglich ist, schnell in vorhandene Ökosysteme einzugreifen und Arten zu minimieren, die Populationen (Populationen bestehen aus Individuen einer Art in einem bestimmten Lebensraum) brauchen aber sehr lange, um sich wieder zu erholen.

Pinguin im Leipziger Zoo Für dieses Problem gibt es nur eine Lösung: Der "nachhaltige" Umgang mit der Natur. "Nachhaltigkeit" bedeutet, dass "jede Generation von der vorherigen Generation zumindest einen gleichwertigen, adäquaten Kapitalbestand an von Menschen geschaffenem und natürlichem Kapital erben muss". (nach Wiliam E. Rees, Bioökologe aus den Großbritannien, 1997).

Einen "adäquaten Kapitalbestand erben", heißt wohl, dass jede Generation das an ihre Kinder vererben muss, was sie selbst vorgefunden hat. Das bedeutet, dass die vorhandenen Nahrungsbeziehungen, die vorgefundenen Umweltbedingungen unangetastet bleiben müssten. Das lässt sich unter ökonomischen Gesichtspunkten nicht immer realisieren. Wir Menschen müssen uns ernähren, wir müssen uns kleiden, wir wollen unsere Häuser bauen. Das heißt also, dass der Mensch in die Natur eingreifen muss.

Elefanten im Leipziger Zoo Trotzdem kann der Mensch etwas für die Natur tun. Er kann zum Beispiel bestimmte Gebiete schaffen, die unter seinem besonderen Schutz stehen. Es gibt in vielen Ländern der Erde solche Gebiete. Denken wir zunächst an die Zoologischen Gärten, die in vielen Großstädten zu finden sind.

Im Bild links siehst Du Elefanten im Leipziger Zoo.

Neben diesen, doch relativ kleinen geschützten Flächen innerhalb von Städten, gibt es großflächige Landschafts- und Naturschutzgebiete.

Des Weiteren existieren Biosphärenreservate, die sowohl Landschafts- als auch Naturschutzgebiete einschließen.

Lesen Sie hier weiter, in 2. Zusammenhänge im Ökosystem zu
Punkt 4. Die Biosphärenreservate...